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Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 | Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Medieninformation: 198/2025
Verantwortlich: Thomas Geithner
Stand: 03.04.2025, 10:53 Uhr

Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung

Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 10.277 Straftaten der Allgemeinkriminalität polizeilich registriert (2023: 10.421). Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 61,4 Prozent (2023: 60,2 Prozent).

Polizeipräsident Lutz Rodig: „In vielen Bereichen, erfreulicherweise auch bei den Gewaltdelikten, ging die Kriminalität im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge im vergangenen Jahr zurück. Sorge bereiten mir die gestiegenen Zahlen bei Wohnungseinbrüchen. Denn ein Einbruch bedeutet für die Betroffenen weit mehr als nur einen materiellen Schaden – er greift direkt in das Sicherheitsgefühl und die Privatsphäre der Menschen ein. Die eigene Wohnung sollte ein Ort sein, an dem man sich sicher und geschützt fühlt.“

Im Jahr 2024 wurden 4.970 Tatverdächtige ermittelt (2023: 4.878), davon waren 77,4 Prozent männlichen und 22,6 Prozent weiblichen Geschlechts.

Bei 77,3 Prozent der Tatverdächtigen handelt es sich um Erwachsene (2023: 76,9 Prozent). Heranwachsende hatten mit 6,7 Prozent einen im Vergleich zu 2023 (8,2 Prozent) weniger großen Anteil an der Gesamtzahl aller Tatverdächtigen.

Der Anteil jugendlicher Tatverdächtiger stieg im zurückliegenden Jahr leicht auf 10,7 Prozent (2023: 10,2 Prozent).

Auch der Anteil von Kindern als Tatverdächtige stieg im Jahr 2024 auf 5,3 Prozent an (2023: 4,6 Prozent).

Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger an allen ermittelten Tatverdächtigen (ohne ausländerrechtliche Verstöße) stieg leicht von 27,0 Prozent im Jahr 2023 auf 27,4 Prozent im Jahr 2024.

Überproportional hoch lag deren Anteil im Jahr 2024 bei Fällen des besonders schwerem Fall des Diebstahls in/aus Geschäften (73,1 Prozent) und an/aus Kfz (66,7 Prozent), der Urkundenfälschung (72,0 Prozent), des einfachen Diebstahls in/aus Büro/Lager/Werkstätten (58,3 Prozent) sowie der sonstigen Hehlerei (52,8 Prozent).

Die Zahl der Opfer von Straftaten im Jahr 2024 stieg gegenüber dem Vorjahr auf 2.322 (2023: 2.086). 55,6 Prozent der Opfer (1.290) waren männlichen und 44,4 Prozent (1.032) weiblichen Geschlechts. Beim überwiegenden Teil der Opfer handelte es sich um Erwachsene (1.642). Von den 680 nichterwachsenen Opfern waren 292 Kinder, 227 Jugendliche und 161 Heranwachsende. 220 Opfer einer Straftat waren 60 Jahre oder älter (2023: 184).

Der durch Kriminalität registrierte finanzielle Schaden sank um 28 Prozent auf rund 9,2 Millionen Euro (2023: 12,7 Millionen Euro).

Weitere Übersichten zur allgemeinen Kriminalitätsentwicklung können den Anlagen 1, 7 und 8 entnommen
werden.


Ausgewählte Phänomen- bzw. Deliktsbereiche

Gewaltkriminalität

Die Zahl der Gewaltstraftaten sank im Vergleich zum Vorjahr auf 283 Fälle (2023: 325) (vgl. Anlage 2).

Es wurden insgesamt 312 Tatverdächtige ermittelt, was einer Aufklärungsquote von 84,8 Prozent (2023: 86,2 Prozent) entspricht. Bei 97 Tatverdächtigen (2023: 91) handelt es sich um Nichtdeutsche. Dies entspricht einem Anteil von 31,1 Prozent (2023: 28,3 Prozent) an der Gesamtzahl der ermittelten Tatverdächtigen in diesem Deliktsbereich.

Dreiviertel aller registrierten Gewaltdelikte im Jahr 2024 waren gefährliche und schwere Körperverletzungen. Dahinter stehen 213 Straftaten (2023: 259).

Einen leichten Anstieg gab es bei den Raubstraftaten. So wurden 2024 insgesamt 51 Raubstraftaten (2023: 49) registriert (vgl. Anlage 3).

Jugendkriminalität

Die Jugendkriminalität ist im vergangenen Jahr auf 933 Fälle gesunken (2023: 1.020).

Entgegen dem allgemeinen Trend gab es insbesondere bei einfachen Körperverletzungen (2024: 144; 2023: 126) und Raubdelikten (2024: 23; 2023: 13) mehr Jugendstraftaten.

Lutz Rodig: „Der Rückgang bei der Jugendkriminalität ist nicht echt, weil sich auch in dieser Statistik die Gesetzesänderungen im Zusammenhang mit Cannabis niederschlagen. Die Entwicklung bei den Raubstraftaten und den Körperverletzungen zeigen vielmehr, wie wichtig Präventionsarbeit mit jungen Menschen bleibt. Als Polizei tragen wir unseren Anteil bei, letztlich muss sich aber die gesamte Gesellschaft für dieses Thema engagieren.“

Weitere Informationen zur Entwicklung der Jugendkriminalität können der Anlage 4 entnommen werden.

Eigentumskriminalität

Im Jahr 2024 wurden im Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge insgesamt 2.962 Diebstahlsdelikte registriert (2023: 3.026). Die Aufklärungsquote lag bei 35,4 Prozent (2023: 32,0 Prozent).

Weitere Informationen zur Entwicklung der Diebstahlsdelikte können Anlage 5 entnommen werden.

Im Jahr 2024 konnten insgesamt 852 Tatverdächtige ermittelt werden (2023: 871).

Schwerpunkte im Bereich der Eigentumskriminalität sind nach wie vor die Diebstähle in/aus Geschäften und Kiosken mit 616 Fällen (2023: 629), Fahrraddiebstähle mit 297 Fällen (2023: 410) gefolgt von Diebstählen an/aus Kraftfahrzeugen mit 261 Fällen (2023: 318).

Im Jahr 2024 wurden 68 Fälle des Diebstahls von Kraftfahrzeugen, einschließlich des unbefugten Gebrauchs registriert (2023: 61). 27 Fälle konnten aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 39,7 Prozent entspricht.

Im Jahr 2024 wurden 213 Diebstähle in/aus Wohnungen erfasst. Das entspricht einem Anstieg von 22,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2023: 174). Bei rund der Hälfte dieser Fälle (113) handelte es sich um Wohnungseinbrüche (2023: 79). In 58 Fällen lag ein Tageswohnungseinbruch mit einer Tatzeit zwischen 6 Uhr und 21 Uhr vor (2023: 38).

Lutz Rodig: „Auch wenn es vor zehn Jahren noch deutlich mehr Wohnungseinbruchsdiebstähle im Landkreis gab, nehmen wir den aktuellen Anstieg sehr ernst und werden unsere Maßnahmen weiter verstärken. Neben Streifen und gezielten Fahndungsmaßnahmen setzen wir auch auf die Zusammenarbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern. Prävention spielt eine entscheidende Rolle – wir rufen daher alle dazu auf, verdächtige Beobachtungen der Polizei zu melden und vorhandene Sicherungsmöglichkeiten an ihren Wohnungen zu nutzen.“

Rauschgiftkriminalität

Im Jahr 2024 sank die Rauschgiftkriminalität deutlich auf 364 Fälle (2023: 671 Fälle) und stellt nun den niedrigsten Wert seit 2017 dar (vgl. Anlage 6).

Lutz Rodig: „Dieser statistische Rückgang der Rauschgiftkriminalität ist enorm, aber nicht das Ergebnis unserer Arbeit. Vielmehr ist das Konsumcannabisgesetz, welches im Vorjahr in Kraft trat, die Ursache. Denn mit diesem Gesetz sind viele Handlungen im Zusammenhang mit Cannabis nicht mehr strafbar.“

Die Aufklärungsquote bei der Rauschgiftkriminalität betrug 96,4 Prozent (2023: 96,7 Prozent). Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen lag bei 351 (2023: 606). Es wurden insgesamt 289 männliche (2023: 517) und 62 weibliche Tatverdächtige (2023: 89) ermittelt. Der Anteil von nichtdeutschen Tatverdächtigen stieg gegenüber dem Vorjahr leicht auf 34,8 Prozent (2023: 34,5 Prozent).

Die Zahl der allgemeinen Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (Konsumentendelikte) sank deutlich (2024: 235 Fälle; 2023: 503 Fälle). Die Zahlen beim unerlaubten Handel mit oder Schmuggel von Rauschgift sanken auf 85 Fälle (2023: 125).

Die meisten Rauschgiftdelikte wurden, wie in den zurückliegenden Jahren, im Zusammenhang mit Cannabis und dessen Zubereitungen registriert (2024: 108; 2023: 330). Am zweithäufigsten sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz mittels Methamphetamin festgestellt worden (2024: 70; 2023: 104). Der Anteil von Crystal liegt hier bei 60 Fällen in 2024 (2023: 90).

Durch die Polizeidirektion Dresden wurden im Landkreis unter anderem rund 4,6 Kilogramm Marihuana, 900 Gramm Haschisch und 117 Gramm Crystal sichergestellt bzw. beschlagnahmt.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Die Anzahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte sank im vergangenen Jahr auf 1.797 Straftaten (2023: 1.957). Die Aufklärungsquote lag bei 71,4 Prozent (2023: 66,6 Prozent). Insgesamt konnten 1.132 Tatverdächtige ermittelt werden, davon waren 38,7 Prozent nichtdeutsche Tatverdächtige (2023: 39,3 Prozent).

Beim Betrug sanken die Fallzahlen auf 1.187 (2023: 1.332).

Cybercrime

Die Zahl der Cybercrimestraftaten ist im vergangenen Jahr leicht auf 116 Fälle (2023: 102) gestiegen.

Bei einer Aufklärungsquote von 54,3 Prozent (2023: 62,7 Prozent) wurden insgesamt 53 Tatverdächtige (2023: 58), davon 18 Nichtdeutsche (2023: 8) ermittelt.

94 Fälle aller im Jahr 2024 registrierten Cybercrimestraftaten waren Computerbetrug.

Sachbeschädigung

Die Anzahl der Sachbeschädigungen stieg im Jahr 2024 auf 1.411 Fälle (2023: 1.341 Fälle). Die Aufklärungsquote sank auf 27,9 Prozent (2023: 30,1 Prozent).

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sind die Fallzahlen bei Graffiti als Sonderform der Sachbeschädigung weiterhin rückläufig. Sie sanken im Jahr 2024 auf 226 Fälle (2023: 313). 2024 konnten 36 Tatverdächtige ermittelt werden (2023: 54), von denen 27 (57,6 Prozent) Nichterwachsene waren. (tg)

 

 

 

 


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