Fühlen – Sehen – Kippen: So erkennen Sie gefälschte Banknoten
Am 27. Februar 2026 wurde die aktuelle Falschgeldstatistik der Deutschen Bundesbank veröffentlicht. Die Polizei Sachsen nimmt dies zum Anlass, um auf die weiterhin bestehende Gefahr durch Falschgeld hinzuweisen.
Ziel ist es, Sie darüber zu informieren, wie Sie Banknoten eigenständig auf Echtheit prüfen können und wie Sie sich richtig verhalten, wenn Sie eine mutmaßlich gefälschte Banknote erhalten haben. Mit dem notwendigen Wissen können viele Fälschungen frühzeitig erkannt und Schäden vermieden werden.
Falschgeldkriminalität
Auch wenn sich bargeldlose Zahlungen heutzutage großer Beliebtheit erfreuen, gelangen immer wieder gefälschte Banknoten und Münzen in den Zahlungsverkehr. Auf den ersten Blick wirken sie oft echt, da Sicherheitsmerkmale wie Hologramme und Wasserzeichen nachgeahmt werden. Fälscher verfügen jedoch weder über originales Banknotenpapier noch über die spezielle Druckfarbe oder die professionelle Drucktechnik – die Qualität des Originals wird daher nicht erreicht. In der Regel werden nur so viele Merkmale imitiert, wie nötig sind, um Fälschungen in Umlauf zu bringen. Wer aufmerksam mehrere Sicherheitsmerkmale überprüft, kann die meisten Fälschungen auch ohne besondere Fachkenntnis erkennen.
Statistik der Deutschen Bundesbank
Im Freistaat Sachsen wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.248 gefälschte EURO-Banknoten sowie 6.504 falsche EURO-Münzen im Zahlungsverkehr registriert. Dabei entstand ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 89.129 € (76.920 € bei Banknoten und 12.209 € bei Münzen).
Für die drei größten Städte in Sachsen stellt sich die Verteilung der Falsifikate (Banknoten) für 2025 wie folgt dar:
- Chemnitz: 126 Stück
- Dresden: 191 Stück
- Leipzig: 510 Stück
Beachten Sie: Der Auffindeort falscher Banknoten ist nicht ihr Herstellungsort. Wo viel Geld umgesetzt wird, z.B. etwa in großen Einkaufsmärkten oder Shoppingzentren, wird naturgemäß mehr Falschgeld entdeckt. Städte sind daher vor allem wegen ihrer Infrastruktur betroffen.
So schützen Sie sich vor Falschgeld:
Falschgeld erkennen: Das Prinzip „Fühlen – Sehen – Kippen“
Echtes Geld verfügt über eine Vielzahl überprüfbarer Sicherheitsmerkmale. Fälschungen sind auf den ersten Blick oft nicht eindeutig zu erkennen. Wenn Sie die maßgeblichen Testkriterien kennen, wird die Prüfung deutlich einfacher. Das Motto lautet dabei: »Fühlen – Sehen – Kippen«.
Fühlen: Lassen Sie die Note zwischen Daumen und Zeigefinger gleiten. Sie sollten eine erhabene Struktur spüren. Echtes Banknotenpapier ist griffig und Schriftzüge sowie Linien sind deutlich fühlbar. Beachten Sie, dass Noten auch lackiert sind und sich glatt anfühlen.
Sehen: Halten Sie den Schein gegen das Licht. Echtes Geld zeigt Wasserzeichen, Sicherheitsfäden und – je nach Serie – Porträtfenster.
Kippen: Kippen Sie die Banknote. Hologrammelemente verändern ihr Erscheinungsbild. Zahlen ändern beim Kippen ihre Farbe und ein Balken wandert auf und ab. Je nach Blickwinkel zeigen die Noten zusätzliche Symbole.
Lassen Sie sich bei der Überprüfung der Banknoten Zeit. Verlassen Sie sich hierbei nicht auf ein Merkmal und vergleichen Sie verdächtige Scheine mit einer zweifelsfrei echten Banknote, z.B. aus einem Geldautomaten. Sollten Sie sich immer noch unsicher sein, ziehen Sie Fachleute hinzu, etwa das nächstgelegene Kreditinstitut oder eine Filiale der Deutschen Bundesbank.
»Blüten« im Portemonnaie? So handeln Sie richtig:
Sollten Sie Falschgeld erkannt haben, beachten Sie bitte folgende Hinweise Ihrer Polizei:
- Geben Sie das Falschgeld keinesfalls zurück oder weiter. Nach § 146 StGB sind die Herstellung und Verbreitung bzw. nach § 147 StGB das Inverkehrsbringen von Falschgeld strafbar.
- Wenn Sie sicher sind, Falschgeld erhalten zu haben, übergeben Sie dieses umgehend die Polizei. Das nächstgelegene Polizeirevier finden Sie in der Übersichtskarte
- Fassen Sie die Banknote möglichst wenig an. Bewahren Sie diese bis zur Übergabe in einem Briefumschlag oder einer Papiertüte, damit mögliche Fingerabdrücke nicht zerstört werden. Für Falschgeld erhalten Sie keinen Ersatz.
Informationen zum Thema
Nutzen Sie die Online-Informationsangebote der Bundesbank, der Europäischen Zentralbank sowie des Bundeskriminalamtes. Diese Seiten werden regelmäßig aktualisiert, die Sicherheitsmerkmale aller Banknoten sind dort umfassend erläutert und in Videoform erklärt.