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Polizeiliche Kriminalstatistik 2020: Kriminalitätsbelastung weiterhin auf niedrigem Niveau, Aufklärungsquote auf Zehnjahreshoch

Medieninformation: 153/2021
Verantwortlich: Christina Friedrich
Stand: 12.03.2021, 11:16 Uhr

Polizeiliche Kriminalstatistik 2020: Kriminalitätsbelastung weiterhin auf niedrigem Niveau, Aufklärungsquote auf Zehnjahreshoch

Zeit:     01.01.2020 bis 31.12.2020
Ort:      Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau

Die Kriminalität blieb im Jahr 2020 im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2019. Die Anzahl der Straftaten ist leicht um 96 Fälle auf 27.323 gestiegen – das entspricht einem Anstieg um 0,35 Prozent. Ein ähnlicher Trend war für ganz Sachsen zu beobachten (+ 0,3 Prozent).

„Damit befindet sich die Kriminalitätsbelastung im zweiten Jahr hintereinander auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1990er Jahre“, sagte Polizeipräsident Lutz Rodig, Leiter der Polizeidirektion Zwickau.

Die Häufigkeitszahl, welche die Straftaten je 100.000 Einwohner benennt, stieg analog leicht von 4.993 im Jahr 2019 auf 5.050 im Jahr 2020 und liegt weiterhin unter dem sachsenweiten Durchschnitt von 6.694. „Der Vogtlandkreis und der Landkreis Zwickau gehören damit – gemessen an der Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 – zu den Regionen mit der niedrigsten Kriminalitätsrate in Sachsen“, so Polizeipräsident Rodig.

Zugleich wurden im Jahr 2020 mehr Straftaten aufgeklärt als in den Jahren zuvor: Die Aufklärungsquote stieg im Vergleich zu 2019 um 2,1 Prozentpunkte und erreichte ein Zehnjahreshoch von 64,2 Prozent. Damit liegt die Aufklärungsquote deutlich höher als im sachsenweiten Vergleich (58,7 Prozent).

 

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Polizeipräsident Lutz Rodig erklärte: „Die veränderten Lebensgewohnheiten und
-abläufe der Menschen aufgrund der Corona-Pandemie führten in einzelnen Phänomenbereichen zu veränderten Tatgelegenheiten, auf die sich die Täter schnell einstellten. Dies führte zu Verschiebungen von Kriminalitätsschwerpunkten. So gab es beispielsweise größere Rückgänge im Diebstahlsbereich, zugleich aber Anstiege bei Betrugsdelikten, insbesondere mit dem Tatmittel Internet.“

 

Rückgänge bei Gewaltkriminalität und Diebstählen

Die Gewaltkriminalität sank im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 10,9 Prozent. Vor allem gefährliche und schwere Körperverletzungen (- 49 Fälle) sowie Raubdelikte (- 46 Fälle) gingen zurück. Außerdem war ein starker Rückgang im Bereich der Diebstähle zu verzeichnen (- 9,3 Prozent). Insbesondere wurden deutlich weniger Ladendiebstähle, Taschendiebstähle sowie Diebstähle aus Gaststätten und Hotels registriert. Auch der Diebstahl von Kraftwagen sank um 5,4 Prozent auf ein Zehnjahrestief – bei einer gestiegenen Aufklärungsquote in diesem Bereich.

 

Anstiege in einzelnen Deliktbereichen

Um 28,1 Prozent angestiegen sind Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze. Dies betrifft hauptsächlich die Bereiche Rauschgift und Infektionsschutzgesetz: Bei der Rauschgiftkriminalität (+ 284 Fälle) führten insbesondere verstärkte Kontrollen dazu, dass mehr Verstöße festgestellt wurden. Nach dem Infektionsschutzgesetz wurden 373 Fälle registriert.

Im Vergleich zum Jahr 2019 nahmen zudem Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung um mehr als 18 Prozent zu. Dies liegt vor allem an gestiegenen Fallzahlen bei Exhibitionismus und sexuellem Missbrauch sowie am erhöhten Verfolgungsdruck beim Verbreiten von Kinderpornografie.

Die Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl stiegen im Jahr 2020 um 12,1 Prozent an, jedoch blieb es erstmals bei über der Hälfte dieser Fälle beim Versuch. Zudem konnte jeder vierte Wohnungseinbruchdiebstahl aufgeklärt werden.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl der Vermögens- und Fälschungsdelikte insgesamt nur leicht um 3,2 Prozent. Ein deutlicher Anstieg war jedoch bei Betrugsfällen mit dem Tatmittel Internet zu verzeichnen: Von 101 Fällen im Jahr 2019 erhöhte sich die Zahl in diesem Deliktbereich auf 722 Fälle. Dieser Anstieg geht auch auf ein Ermittlungsverfahren mit mehreren hundert Fällen zurück, welches im April 2020 abgeschlossen wurde.

 

Regionale Verteilung der Straftaten

Die höchste Kriminalitätsbelastung im Zuständigkeitsgebiet hatten die beiden größten Städte zu verzeichnen: In Plauen und Zwickau wurde jeweils etwa die Hälfte aller Straftaten des jeweiligen Landkreises registriert. Gemessen an der Häufigkeitszahl war die Kriminalitätsbelastung in Plauen und Zwickau ähnlich hoch, bezogen auf den gesamten Landkreis Zwickau sowie den Vogtlandkreis sogar nahezu identisch.

 

Ermittelte Tatverdächtige

Im Jahr 2020 konnten insgesamt 10.603 Tatverdächtige ermittelt werden. Drei Viertel von ihnen waren männlich. Beim Großteil der ermittelten Personen (78,2 Prozent) handelte es sich um Erwachsene. Außerdem waren die Tatverdächtigen mehrheitlich deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger (83,2 Prozent). Sowohl der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger als auch die Zahl der tatverdächtigen Zuwanderer ging im Vergleich zum Vorjahr zurück. Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen dominieren Personen mit rumänischer, syrischer und tschechischer Staatsangehörigkeit.

 

Politisch motivierte Kriminalität

Im vergangenen Jahr wurden im Vogtlandkreis und Landkreis Zwickau insgesamt 382 Straftaten der politisch motivierten Kriminalität registriert – etwas weniger als im Jahr 2019. Die Aufklärungsquote stieg auf 43,2 Prozent. Entgegen dem sachsenweiten Trend sank die Gewaltkriminalität auf acht Fälle, von denen sieben aufgeklärt werden konnten.

Während sich die Zahl der politisch links motivierten Straftaten im Vergleich zu 2019 halbierte, stieg die Anzahl der politisch rechts motivierten Straftaten um 13 Prozent an und macht mehr als zwei Drittel aller politisch motivierten Straftaten im Jahr 2020 aus.

 

Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommunen

Polizeipräsident Lutz Rodig betonte abschließend, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommunen ist: „Neben der registrierten Kriminalität spielt natürlich auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung der Sicherheitslage. Deshalb hat die sächsische Polizei gemeinsam mit den Kommunen im Frühjahr 2019 das Projekt Allianz Sichere Sächsische Kommunen (ASSKomm) ins Leben gerufen. Seitdem sind in Zwickau, Plauen, Reichenbach, Glauchau und Limbach-Oberfrohna kommunalpräventive Gremien entstanden, in denen Polizei, Kommune und Zivilgesellschaft gemeinsam für mehr Sicherheit vor Ort sorgen. Mit weiteren Kommunen sind wir im Gespräch. Diesen Weg wollen wir in den nächsten Jahren konsequent fortsetzen – für mehr Sicherheit in der Region.“

 

Anlage 1 – Präsentation zur Kriminalitätsentwicklung im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Zwickau im Jahr 2020

 

Anlage 2 – Tabellarische Übersicht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2020 der Polizeidirektion Zwickau

 


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