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Sicherer Grenzraum für Senioren - Ein sächsisch-polnisches Projekt gegen Trickbetrug

EU-Projekt

In den vergangenen drei Jahren sind die Fälle von Trickbetrügen in Sachsen stark angestiegen. Allein in der Polizeidirektion Görlitz gab es in diesem Zeitraum mehr als 500 Vorfälle.
EU-Projekt

In den vergangenen drei Jahren sind die Fälle von Trickbetrügen in Sachsen stark angestiegen. Allein in der Polizeidirektion Görlitz gab es in diesem Zeitraum mehr als 500 Vorfälle. Der finanzielle Schaden für die Betrugsopfer belief sich auf insgesamt über 300.000 Euro. Nicht zuletzt schwächen Anrufe „falscher Polizeibeamter“ das Vertrauen in die Polizei. Mit dem EU-Projekt „Sicherer Grenzraum für Senioren“ geht die Polizeidirektion Görlitz in Kooperation mit der KWP Wroclaw nun verstärkt dagegen vor.

Wie handeln die Täter?

Vor allem ältere Personen gelangen immer wieder ins Visier der Betrüger. Diese geben sich am Telefon meistens als Verwandte oder als Polizisten aus. Sie gaukeln vor, in einer Notsituation oder einem finanziellen Dilemma zu stecken. Anschließend bitten sie um eine Geldspritze.

Eine der gängigsten Maschen ist der Enkeltrick. Hierbei geben sich die Betrüger als Enkel aus, welche ein Haus oder Auto kaufen wollen oder gerade einen Unfall verursacht hätten und ohne einen bestimmten Betrag ins Gefängnis kämen. Auch das Gewinnversprechen zählt zu den Methoden der Trickbetrüger. Sie verkünden den Seniorinnen und Senioren am Telefon, dass diese die glücklichen Gewinner einer Verlosung seien. Bevor der Gewinn gezahlt werden kann, seien jedoch Gebühren beispielsweise für Notarkosten fällig.

Zuletzt nutzten die Täter sogar die Corona-Pandemie für ihre Betrüge. Dabei erfanden sie Geschichten über Angehörige, die schwer erkrankt wären und ohne ein bestimmtes Medikament in den nächsten Tagen sterben würden. Sie forderten Geld für die Medizin. Die Anrufer setzen ihre Opfer emotional derart unter Druck, dass diese einwilligen und oftmals ihre Lebensersparnisse verlieren.

Was will das Projekt leisten?

  1. Austausch stärken

    Erarbeitung eines Systems zum Austausch von Erkenntnissen sowie von Erfahrungswerten bei der Bekämpfung von Trickbetrügen in der Grenzregion.
     
  2. Bewusstsein schaffen durch Aufklärung

    Eine Aufklärungskampagne in den Grenzgebieten schafft Bewusstsein bei Senioren, deren Angehörigen sowie bei Angestellten verschiedener Institutionen wie Banken und Gemeinden beim Thema Telefonbetrug. Eine Plakat-Aktion in der Öffentlichkeit ist Teil der Kampagne.
     
  3. Polizeibeamte schulen

    Zahlreiche Fortbildungen steigern das Fachwissen der Kriminalisten deutscher und polnischer Polizeistandorte. Eine Weiterentwicklung der technischen Infrastruktur soll die polizeiliche Ermittlungsarbeit erleichtern.

Wie finanziert sich das Projekt?

Das Projekt (PLSN.04.01.00-02-0149/19-00) wurde mit dem Beschluss des Begleitausschusses des Kooperationsprogrammes „Interreg Polska - Sachsen 2014 bis 2020“ vom 9. April 2020 mit den Gesamtausgaben von knapp 418.921,55 Euro gefördert. Davon stammen rund 354.643,51 Euro von der EFRE-Kofinanzierung. Die niederschlesische Seite beabsichtigt insgesamt circa 233.759,72 Euro in das Projekt zu investieren. Davon werden knapp 197.926,11 Euro kofinanziert. Die Ausgaben des Projekts auf der sächsischen Seite betragen über 185.161,83 Euro, wobei rund 156.717,40 Euro aus EFRE-Mitteln gefördert werden. Die Dauer des Projekts wurde für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2022 festgelegt.

Aktuelle Informationen zum Projekt

Logo EU-Programm Interreg

Wie Banken Enkeltricks und Schockanrufe erkennen können

Beschäftigte von Banken und Sparkassen können mithelfen, Betrugsversuche bei Senioren zu verhindern. Im Rahmen des EU-Projektes „Sicherer Grenzraum für Senioren“ fand dazu eine Onlineschulung statt.