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Die Online-Liebesfalle: Tipps zum Schutz vor Love-Scamming

Tastatur mit einem Herz

Sie gaukeln im Internet die große Liebe vor und nutzen die Gefühle und das Vertrauen ihrer Opfer schamlos aus: sogenannte Love-Scammer. Erfahren Sie, wie Sie sich vor ihnen schützen.
Tastatur mit Herz
(© pixabay.com)

Beim sogenannten Vorschussbetrug, auch als Love- oder Romance-Scamming bekannt, denken die Opfer, sie hätten im Internet ihre große Liebe gefunden, den Tätern geht es jedoch nur ums Geld. Der finanzielle Schaden, den Love-Scammer anrichten, ist enorm.

Alles beginnt mit einem Flirt in sozialen Netzwerken, man ist schnell auf einer Wellenlänge und die Sympathie wächst. Die Online-Beziehung wird ernsthafter. Über Wochen oder Monate werden Mails ausgetauscht, das Opfer gibt immer mehr Persönliches preis. Der oder die Angebetete ist aufmerksam, gebildet und hat zudem auch noch eine interessante Lebensgeschichte.
 

Erfundene Notlagen sollen Opfer zur Geldüberweisung bewegen

Fehlt nur noch das ersehnte persönliche Treffen. Doch das reale Kennenlernen wird von einer Geldüberweisung abhängig gemacht, entweder für das Visum oder für den Kauf eines Flugtickets. Alternativ geben sie vor, sich in einer Notlage zu befinden und setzen auf das Mitleid der Opfer: Ein enger Angehöriger ist erkrankt, dem nur eine teure Operation helfen kann oder Wertsachen und Pass wurden gestohlen und sie müssen eine Hotelrechnung bezahlen.

Die Opfer überweisen vertrauensvoll Geld nach Ghana, Nigeria, den USA, Großbritannien, der Türkei oder auch Russland. Am häufigsten sind Frauen betroffen, doch auch Männer sind das Ziel der Love-Scammer. Bei Internetbekanntschaften mit Russland handelt es sich um angeblich heiratswillige Frauen, die dann ihre Opfer abzocken.


Wie erkennen Sie Love-Scammer?

  • Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Betrüger an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel.
  • Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
  • Oft werden den Opfern Bilder ihrer Internetbekanntschaften in schlechter Qualität gezeigt, da sie illegal erlangt wurden. Ausnahme: Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind.
  • Seriös wirkende Mails wecken das Interesse, aber schon nach kurzer Zeit  überhäufen die Scammer ihre Opfer mit Liebesschwüren. Sie wollen alles über ihr Opfer wissen: Hobbys, ehemalige Partner, Kinder, Freunde, auch der Glaube an Gott spielt eine Rolle.
  • Die Täter sprechen dann oft von Geschäftsreisen oder familiären Schwierigkeiten und einer Verbindung nach Westafrika wie Nigeria, Ghana oder dem Senegal, aber auch nach Russland und Südostasien. Frauen geben häufig vor, in osteuropäischen, südost-asiatischen oder südamerikanischen Ländern zu leben.
  • Die Betrüger bitten ihr Opfer aus unterschiedlichsten Gründen um Geld. Weigert es sich zu zahlen, suchen sie andere Wege der Bereicherung. Dabei scheuen die Scammer nicht, erpresserische Methoden anzuwenden, sogar mit Selbstmord wird gedroht. Beispielsweise sollen Schecks (die allerdings gefälscht sind) in Deutschland eingezahlt oder Briefe bzw. Päckchen an dritte Personen  versendet werden, außerdem bitten die Betrüger um Kopien von Ausweisen und verwenden diese Daten für weitere Betrugshandlungen.
     

Wie können Sie sich davor schützen?

  • Wenn Sie Zweifel an einer Internetbekanntschaft haben, sollten Sie sich einer befreundeten aber neutralen Person anvertrauen und sich über die neu gewonnene „Liebe“ austauschen. So erhalten Sie eine zusätzliche unvoreingenomme Meinung.
  • Außerdem kann eine Suchmaschine in vielen Fällen einen Verdacht bestätigen, wenn Sie den Namen der Internetbekanntschaft mit dem Zusatz „Scammer“ eingeben.
  • Es gibt auch die Möglichkeit, das Foto der Internetbekanntschaft in die Google-Bildersuche zu geben. Wenn das Bild oder die Person darauf dann mit den unterschiedlichsten Namen auf verschiedenen Seiten gefunden wird, können Sie davon ausgehen, dass dieses Foto missbräuchlich verwendet wird und das Profil gefälscht sein könnte.

378 Fälle in Sachsen

Eine Recherche des Landeskriminalamtes ergab 378 Fälle von Vorschuss-Betrug im Jahr 2020 in Sachsen. Davon sind 72 Fälle bereits 2019 geschehen, wurden aber erst im Jahr 2020 angezeigt. Rund 80 Prozent der polizeilich registrierten Fällen wurden vollendet und verursachten einen Gesamtschaden von reichlich 4 Millionen Euro. Damit ist die Anzahl der Fälle gegenüber dem Jahr 2019 (229 vollendete Fälle) gestiegen und auch die Schadenssumme hat sich um rund 24 Prozent erhöht. 76,5 Prozent der Geschädigten sind Frauen, die meisten von Ihnen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren.

Die recherchierten Zahlen sind jedoch nur bedingt aussagekräftig, da man von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgehen muss. Viele Opfer schämen sich diesen Betrug anzuzeigen. Das wissen leider auch die Täter. Daher versucht die Polizei immer wieder präventiv zu informieren, Fälle beispielhaft bekannt zu machen – denn ohne entsprechende Anzeigen und Verfahren können die Behörden nicht tätig werden.


Wenn Sie Opfer von Vorschussbetrug geworden sind, erstatten Sie Anzeige in einer Polizeidienststelle in Ihrer Nähe. Alternativ können Sie dazu die Onlinewache nutzen.


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Kontakt zum LKA Sachsen

Staatsanwaltschaften des Freistaates Sachsen

Hier finden Sie die Kontaktdaten der Staatsanwaltschaft des Freistaates Sachsen.

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